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Gedanken

06.Apr.2011

Praktischer Vergleich Hi8 vs. MJPEG

Einige von uns haben in den 90er-Jahren viel Geld f√ľr einen Camcorder ausgegeben. Mittlerweile kann man jedoch mit jeder billigen Kompaktkamera auch Videos aufzeichnen. Doch was ist eigentlich besser, die alten analogen Hi8-Aufnahmen oder die MJPEG-Videos der Hosentaschen-Camcorder.

Kandidat Nummer 1 - Kompaktkamera Canon Powershot A560

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Canon Powershot A560

die technischen Spezifikationen:
digitale Aufzeichnung in Motion JPEG (AVI-Container)
640 x 480 Pixel bei 30 Fps
Quadratisches Pixelseitenverhälntis

Kandidat Nummer 2 - Camcorder Sony CCD-TR2000E von Anfang der 90er-Jahre.

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Camcorder Sony CCD-TR2000E

Das Gerät zeichnet auf Hi8-Kassetten auf, was zur damaligen Zeit durchaus als sehr gute Qualität gelten konnte (im Amateurumfeld).
Da es relativ schwierig ist, analoge Daten mit digitalen zu vergleichen, wurde das Hi8-Signal mittels eines Formac Studio DV nach digital gewandelt. Dies ist zugegebenerma√üen keine ideale L√∂sung, erscheint aber in diesem Zusammenhang zielf√ľhrend.

Nun aber zu den Vergleichsbildern. Hierzu wurde mit beiden Geräten ein kurzes Testvideo einer Szene bei identischen Beleuchtungssituationen aufgenommen und anschließend jeweils ein beliebiges Frame extrahiert.
Die Ergebnisse sind hier zu sehen.

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Testbild Canon A560

Das obere Bild stammt von der Canon-Kamera. Es macht einen recht scharfen Eindruck und auch das Farbrauschen hält sich erwartungsgemäß (helles Tageslicht) in Grenzen.
Eine Kleinigkeit tr√ľbt den positiven Gesamteindruck allerdings. Im Original sind Wand und Boden selbstverst√§ndlich gerade. Die Kurve wei√üt auf eine deutliche Verzeichnung des Objektives hin, schade.

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Testbild Sony CCD-TR2000E

Dieses Bild stammt vom Sony-Camcorder. Schwarze R√§nder (von der Digitalisierung) wurden bereits entfernt. Das Versagen der automatischen Belichtungskorrektur und das daraus resultierende viel zu helle Bild w√§re vielleicht noch ertr√§glich. Oder anders ausgedr√ľckt: beim h√§ufigen Gebrauch dieser Kamera w√ľrde man die Helligkeit wahrscheinlich doch meist manuell regeln (auch wenn keine Zebra-Funktion vorhanden ist).
Was sich allerdings nicht korrigieren l√§sst, ist das sehr unscharfe, fast schon matschige Bild. Sicherlich muss man hier anmerken, dass man beim Hi8-Standard von etwa 400 Zeilen ausgehen darf und die Digitalisierung mit 576 Linien die Qualit√§t nicht steigert, eher umgekehrt. Eine Entschuldigung f√ľr das hohe Rauschen ist darin aber auch nicht zu sehen. Ob nun der betagte CCD oder das analoge Magnetband als Speichermedium den qualit√§tsbeschr√§nkenden Faktor darstellen, soll an dieser Stelle nicht weiter untersucht werden.

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Ausschnitt A560

Die Vergrößerung der Canon-Aufnahme lässt bereits die Schwächen der MJPEG-Implementierung erkennen. Um die Knöpfe sind deutliche Komprimierungsartefakte sichtbar.

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Ausschnitt A560 aufgehellt

Die starke Aufhellung des Ausschnittes zeigt nun gnadenlos sämtliche Schwächen der Aufnahme - die bereits vorher erkannten Artefakte im Bereich der Knöpfe werden noch klarer erkennbar. Hinzu kommt ein deutliches Hervortreten der 8x8-Pixel-Blöcke innerhalb der dunklen Bereiche.
Auch wenn die gezeigte Darstellung einen Extremfall der Nachbearbeitung darstellt, werden hierdurch Probleme sichtbar, welche auch bei leichten Kontrastanpassungen oder Farbkorrekturen auftreten werden, wenn auch nicht in dieser Deutlichkeit.

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Ausschnitt Hi8

In der Vergrößerung des Hi8-Bildes verdeutlicht die bereits im Gesamtbild erkannte schlechte Qualität der Aufnahme. Das Bild ist verwaschen und kontrastlos.

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Ausschnitt Hi8 aufgehellt

Durch die Aufhellung erkennt man, dass die analoge Aufnahme keinerlei Probleme mit Komprimierungsartefakten hat (die DV-Encodierung bei der Digitalisierung ist hier zu vernachl√§ssigen). Dies n√ľtzt leider nur wenig, da die Aufnahme aufgrund des gerade in dunkleren Bereichen sehr starken Bildrauschens und der allgemeinen Unsch√§rfe ohnehin kaum nutzbar ist.

Fazit:
Die Videoaufnahmen der Canon Powershot A560 liegen auf unterem bis mittelm√§√üigem Amateurniveau. F√ľr einfache Videoaufnahmen ohne Nachbearbeitung ist die Kamera nutzbar, auch wenn man keine Wunder erwarten sollte. Qualit√§t sieht allerdings anders aus.
Die Sony CCD-TR2000E zeigt hingegen, dass Hi8 in der heutigen digitalen Welt nur noch historische Bedeutung besitzt. Selbst digitale Kompaktkameras zeichen qualitativ bessere Videos auf (und sind dabei bedeutend kleiner).
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